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25.02.2009


Hallo,

es gibt verschiedene Arten der Neueinrichtung eines Aquariums.


Zum einen das komplette Neu-Einrichten eines NEUEN Aquariums.


Zum anderen, und das wird wohl meist der Fall sei, das reinigen und Neu-Einrichten eines bestehenden Aquariums.


Ich habe beides bereits einige male erfolgreich gemacht und auch Fotos von den einzelnen Etappen gemacht, um es zu veranschaulichen.

Jetzt werden die technischen, elektrischen Geräte wie Heizung, Pumpe etc. eingebaut, aber noch nicht eingeschaltet.


Alles überprüfen und jedes Gerät nacheinander in die Steckdose stecken.

Sollte es ein Problem geben, ist der Fehler somit schnell eingegrenzt und kann behoben werden.


Wichtig! Man prüfe besonders alle Kabel auf Brüche oder Porösität.

Kabeln von Geräten die im Wasserbereich bzw. vor allem unter Wasser eingesetzt werden, dürfen keinesfalls geflickt werden.


Häufig defekt sind Kabel bei Heizstäben. Man spürt beim fassen in das Wasser denn meist ein leichtes kribbeln. Dies ist je nach Leitwert verschieden hoch.


Bei normalem Arbeiten im Aquarium sollte man aufgrund des Risikos den Heizstab immer aus der Steckdose ziehen.


Die Beleuchtung sollte nun mit einer Zeitschaltuhr laufen (normal 12h ein 12h aus). Filter und Heizung müssen immer an sein.


Noch keine Fische einsetzen!

Hier sieht man mein 450l Becken nach dem Ablassen des Wassers.


Gut zu erkennen ist noch der Mulm auf dem Boden, der Mattenfilter und die Technik die ich dahinter versteckt hatte. In diesem Fall geht es aber um das Becken.

Das Becken wurde von allem Unrat befreit, der Sand aufbewahrt und alle weiteren Gegenstände wurden gereinigt.


Das Becken wurde ausschließlich mit Wasser und Essig gereinigt.

Keine Reinigungsmittel benutzen!

Ich habe den Bodengrund aufwendig in der Badewanne mit warmen Wasser gereinigt und mehr fach gesiebt.


Es dürfen keine Reinigungsmittel verwendet werden. Die Fische würden es nicht überleben.

Der Bodengrund wurde gleichmäßig verteilt.


Wichtig ist, das z.B. bei Sand der Bodengrund gut 7cm hoch aufgetragen wird. Es entstehen wichtige Aerobe und anaerobe Zonen. Der Boden filtert auch.

Das Becken wurde nun innen grob eingerichtet, Terrassensteine etc.

Auch der Quader-Mattenfilter wurde bereits platziert.


Beim Wasser einlassen kann man auch bereits einige Pflänzchen einpflanzen.

Das ist das selbe Becken wie oben, etwa eine Woche nach dem

Nochmals alles der Reihe nach und etwas ausführlicher:


1. Zuerst sollte man den Bodengrund einbringen. Der Bodengrund sollte möglichst eine Korngrösse von max. 2mm aufweisen. Man kann auch Sand dazu sagen. Dieser bietet eine ideale Grundlage für ein gesundes Pflanzenwachstum. Die Gefahr bei zu grobem Bodengrund ist die, das Fischkot und andere biologische Stoffe zwischen dem groben Kies eindringen und dort unentdeckt vergammeln. Bei einem feinen Bodengrund bleiben die Verschmutzungen auf der Oberfläche und können so von der Strömung entweder in den Filter gewirbelt, oder eben von den Mikroorganismen direkt verarbeitet werden. Ein Sandboden vermulmt in der Regel nicht. Bei einem HH-Mattenfilter muss konstruktionsbedingt zuerst die Matte, und denn der Bodengrund eingebracht werden. Die Höhe des Bodengrundes sollte mindestens 7cm betragen.


2. Jetzt kann die Technik montiert, aber noch nicht eingeschaltet werden. Dazu zählen: Innen oder Aussenfilter mit der entsprechenden Verrohrung, Heizstab, sowie grobe Dekorationsmaterialien wie Moorkienholzwurzeln, Steine oder sowas. Und natürlich ein Thermometer. Der Heizstab sollte auf die angestrebte Temperatur voreingestellt werden. Die Aquarienbeleuchtung muss über eine Zeitschaltuhr gesteuert werden. Richtwerte sind 12h Licht, 12h Dunkelheit.


3. Nachdem die Technik eingebaut, und die grobe Einrichtung fertig ist, kann man beginnen Wasser einzufüllen. Als Anfänger benutzt man meist Leitungswasser und sollte sich später Fische anschaffen, welche die entsprechenden Wasserwerte abkönnen. Möchte man ein extremes Weichwasserbecken einrichten, so kann man solches auch direkt einfüllen. Darauf möchte ich aber nicht näher eingehen. Es sollte auf jedem fall Wasser aus dem Kaltwasserhahn benutzt werden. Das hängt vor allem damit zusammen, das zumeist Kupferrohre verwendet werden, welches bereits in geringen Mengen fischgiftig ist. Dieses Kupfer löst sich bei warmen Wasser leichter als bei kaltem. Man sollte das Wasser vorsichtig eingiessen, damit man den Bodengrund nicht unnötig aufwühlt.


4. Ist das Becken mit Wasser gefüllt, so kann man bereits die ersten Wasserpflanzen einsetzen. Dazu sollten anfangs möglichst schnellwüchsige Arten eingesetzt werden.


5. Sind auch die Pflanzen eingesetzt, so überprüft man noch einmal kurz die Technik und schaltet sie letztlich ein. Fliegt nun eine Sicherung raus sollte man vor Wiederinbetriebnahme erst alle mit Wasser in Berührung stehenden Teile aus der Steckdose ziehen und diese genau auf Kabelschäden prüfen oder besser prüfen lassen. Ein altes Gerät mit einem porösen Kabel hat in einem Aquarium nichts zu suchen.



Das Einfahren des Aquariums bzw. des Filters


Jetzt beginnt der Teil der zum eigentlichen Einfahren gehört. Es dürfen in dieser Phase noch keine Fische eingesetzt werden. Ich weiss das man leicht ungeduldig werden kann, Fische würden in dem Wasser aber keine Woche überleben. Zur Kontrolle der Wasserwerte und zur letztlichen Bestimmung eines Einsetztermins für die Fische werden ein paar Wassertests benötigt. NO2(Nitrit) und NO3(Nitrat). Diese sollten als Tropf- oder Pulvertests besorgt werden. Teststäbchen eigenen sich NICHT für diese Tests. Bevor ich nun lange aushole, muss ich noch anmerken das Nitrat oftmals bereits im Leitungswasser in hohen Mengen nachweisbar ist. In Deutschland liegt die Maximalgrenze derzeit bei 50mg/l. Mit dieser Menge hat man es schon sehr schwer, brauchbare Wasserwerte zu erzielen. Man müsste im Idealfall das Leitungswasser mit Vollentsalztem bzw. Osmosewasser vermischen. Das ist aber ein anderes Thema.


Ist das Aquarium erstmal frisch eingerichtet so wie es das Foto (oben)zeigt, möchte man vielfach sofort Fische einsetzen. Dies sollte man aber gerade nicht tun. Es sind in dieser Phase noch nicht ausreichend Filterbakterien vorhanden, welche die anfallenden Schadstoffe abbauen könnten. Die Fische würden durch ihre eigenen Ausscheidungen vergiftet werden. Um dies zu verhindern muss ein neues Aquarium, sowie auch ein neuer Filter, immer eingefahren werden.


Ich schreibe immer von Filterbakterien, doch eigentlich leben die kleinen Schadstoffwandler im gesamten Wasserkreislauf sowie auch im Bodengrund. Der Filter ist nur ein bevorzugter Aufenthaltsort, weil die Bakterien an den Filtermedien wie Watte, offenporigen Schaumstoff oder Keramikröhrchen oft genügend Halt finden können und daher dort besonders konzentriert auftreten. Wir fangen aber nun bei 0 an, es gibt so gut wie keine Filterbakterien. Es gibt zwar käufliche "Bakterienstarter", diese sind aber aus eigener Erfahrung nicht notwendig und kosten nur unnötig Geld. Ich beschreibe nun den konventionellen Weg ein Aquarium einzufahren.


Ist das Wasser erstmal eingefüllt, die Technik komplett aktiviert und die Pflanzen gepflanzt, so beginnt die so genannte Einfahrphase. Es geht ganz einfach. Man lässt das Aquarium mit samt der Technik ganz normal laufen. Um die notwendigen Bakterien zum wachsen zu animieren, gibt man in das fischlose Aquarium täglich ein wenig Fischfutterflocken. Diese sehr günstige Methode ersetzt die teuren Starter-Bakterien vollkommen.


Was passiert nun? Einfach gesagt wandeln sich die Futterflocken im Aquarium in verschiedene Stickstoffverbindungen. u.a. in Ammonium sowie in das giftige Ammoniak. Der Anteil an Ammonium und Ammoniak ist vom pH-Wert abhängig. Bei einem pH-Wert kleiner als 7 ist mehr Ammonium (NH4) vorhanden, welches übrigens auch ein guter Pflanzendünger ist. Bei einem pH-Wert grösser als 7 ist mehr Ammoniak (NH3) vorhanden. Ammoniak ist sehr giftig, und ist eine der Möglichkeiten an welche Fische in neu eingerichteten Aquarien verenden könnten.


Ist Ammoniak und Ammonium vorhanden, so entwickeln sich Filterbakterien der Gattung Nitrosomonas.

Diese Bakterien oxidieren Ammoniak und Ammonium zu Nitrit. Nitrit (NO2) ist ebenfalls eine sehr giftige Stickstoffverbindung. An zu hohen Nitrit-Werten gehen einem unvorsichtigen Anfänger wohl die meisten Fische ein.


Nun sollte klar sein, wesshalb man keine Fische in dieser Phase einsetzen sollte, oder? Aber es geht ja noch weiter. Noch habe ich nur über die giftigen Stoffe geschrieben. Aber es muss doch irgendwann mal etwas ungiftigeres entstehen? So ist es.


Ist Nitrit im Wasser vorhanden, so entwickeln sich auch Filterbakterien der Gattung Nitrobacter.

Diese Bakterien oxidieren Nitrit zu Nitrat (NO3). Nitrat an sich ist nur in sehr hohen Dosierungen von über 2000mg/l wirklich schädlich für Fische. Soweit darf man es aber dennoch nicht kommen lassen. Der Nitratwert dient u.a. als Schadstoffindikator. Normalwerte in einem Aquarium liegen zwischen 5 und 20 mg/l. Der ganze Oxidative Vorgang nennt sich übrigens Nitrifikation.


Diese Erklärung sollte dem Grundverständnis der Vorgänge dienen. Es ist im Grossen und ganzen natürlich viel komplizierter, ich hoffe aber ich habe die Zusammenhänge verständlich beschrieben.


Basierend auf der vorigen Erklärung sollte eine gewisse Einfahrzeit nunmehr verständlich geworden sein. Aber wann kann ich nun endlich Fische einsetzen?? Der Zeitpunkt lässt sich messtechnisch relativ einfach ermitteln. Während der Einfahrzeit misst man z.B. alle 2 Tage den Nitrit-Wert (NO2) und notiert diese Werte. Nach ein paar Tagen wird ein merklicher Anstieg dieses Wertes sichtbar. Nach etwa 2 Wochen hat der Wert ein Spitzenwert erreicht, und wird langsam weniger. Man kann nun auch Messungen des Nitrat-Wertes vornehmen. Normal ist nun bei gleichzeitiger Abnahme des Nitrit-Wertes eine Zunahme des Nitrat-Wertes zu verzeichnen. Ist der Nitrit-Wert auf 0,1mg/l NO2 gesunken, so ist der Zeitpunkt gekommen wo man langsam auch Fische einsetzen kann. Allerdings immer nur wenige Fische auf einmal. Die Bakterienpopulation muss sich auf die Schadstoffzunahme erstmal einstellen. Zur Sicherheit sollte vor allem in der ersten Zeit oftmals der Nitrit-Wert gemessen werden. Um den Schadstoffgehalt des Wassers zu verringern, muss man regelmässig einen Teilwasserwechsel von etwa 1/3 der Wassermenge machen. Alle 1-2 Wochen je nach Besatz ist ein guter Abstand. Der Nitratwert kann dabei ein Anhaltspunkt sein. Ist der Wert sehr hoch, sind auch andere Schadstoffe im Übermass vorhanden. Genauer ist es natürlich, wenn man die anderen Schadstoffe auch nachmisst.


Wie sieht es nun mit dem Filter aus? Der verschmutzt doch auch irgendwann? Ja, so ist es, allerdings sollte man einen biologisch arbeitenden Filter erst reinigen, wenn der Durchfluss merklich abnimmt. Der Filterschwamm oder das Filtersubstrat, was man gerade als Filtermedium benutzt, sollte dabei nur leicht in Aquarienwasser ausgeschwenkt werden. Keinesfalls mit Heissem Wasser. Ein gewisser Anteil der Bakterien muss die Reinigung überleben, sonst würde die Einfahrphase nach jeder Reinigung von vorne beginnen. Also den Filter immer nur grob ausspülen.


Aber welcher Fisch ist nun für mein Aquarium geeignet?

Hier gibt es sehr vielfältige Meinungen. Wichtig ist jedoch, das die Auswahl unbedingt der eigenen Wasserverhältnisse angepasst wird. Dafür muss man grundlegende Wasserwerte des Leitungswassers kennen. Dies kann man entweder selber messen, wenn man bereits die entsprechenden Tests hat, oder man frage beim Wasserwerk einfach mal nach. Eine andere Möglichkeit ist es, sein Wasser beim örtlichen Zoohändler testen zu lassen und die Fischauswahl anhand dieser Werte vorzunehmen. Ein richtiger Zeitpunkt dazu ist die Einfahrphase. Man kann sich in der Zeit lange ausführliche Gedanken machen, welcher Fisch nun passt. Bei der Menge der Fische gilt die Devise, je wenige Fische desto besser.


Andreas

Der Filterauslauf sollte unter der Wasseroberfläche liegen und die Oberfläche leicht bewegen.


Als Beispiel dient dieses Foto.


Ein Sprudelstein mit Luftpumpe ist absolut unnötig. 

Das ist das selbe Becken wie oben, etwa eine Woche nach dem